Wer zahlt bei Versicherungsschaden?
Die Regierungen in Frankreich und Deutschland bereiten eine Versicherungslösung für den Euroraum vor. Das wirft die Frage nach dem Prinzip von Versicherungen auf. Aufgepasst: Mir ist klar, dass es hier nicht um eine klassische Versicherung geht, aber ein wesentlicher Aspekt gleicht sich: Im Schadensfall soll oder muss jemand zahlen.
Und genau da ist die Versicherungslösung eben keine Lösung, sondern wieder nur ein Trugbild, denn wer soll im Schadensfall – also bei angenommenen 2 Billionen Euro Schaden durch Insolvenz – zahlen? Fakt ist, dass einer bei jedem Versicherungsschaden die Zeche zahlt. Üblicherweise die Gemeinschaft derPrämienzahler, manchmal auch überAbstufungen der Prämienzahler selbst über einen längeren Zeitraum, die Versicherung zwischenfinanziert dann im Grunde nur.
Beim Euro liegt die Sache anders: Die Schulden der Industrieländer wird irgendwann irgendjemand zahlen müssen. Ob das durch – notwendigerweise gigantische – Kürzungen in den Länderhaushalten geschieht, die dann den Bevölkerungen nicht mehr zu Gute kommen, sprich dem Wirtschaftskreislauf auf dem Wege entzogen werden, wie sie ihm einst zugeführt wurden, nämlich über den Staatshaushalt. Oder ob das durch Umschuldungsmaßnahmen oder Insolvenzen geschieht, bei der die Gläubiger Teile oder die Gesamtheit ihrer Forderungen verlieren. Das Ergebnis ist das gleiche: Jemand wird dafür zahlen, jemand wird das Wachstum und den Fortschritt auf Pump der Vergangenheit durch künftige Schrumpfung ausgleichen müssen.
Die Frage ist nicht ein ob, sondern nur das wann.
Es laufen Hintergrundbürogeräusche von der Kollegin.
posted: 11 Oktober 19
under: politik, wirtschaft