Der Spielzeughersteller hasbro hat sich was richtig tolles einfallen lassen, um möglichst viele E-Mail-Adressen freiwillig in seine Datenbanken spülen zu lassen: er schrieb die Feldernamen der neuen Monopoly-Edition als Abstimmungswettbewerb zwischen deutschen Städten aus. Dass lokale Politiker mit Hang zu kostenloser Publicity die ganze Chause unterstützen (die Presse sowieso), das konnte man landauf, landab zum Beispiel hier, hier, hier, hier und hier lesen.
Lokalpatriot, der ich bin, schau ich mir - im Willen für mein Leipzig abzustimmen - die Sache an und finde eine hübsche Deutschlandkarte mit dem Schriftzug “Leipzig” drauf und klicke. Ich sehe eine Auswahl von vier Leipziger Sehenswürdigkeiten, von denen ich eine auswählen möge. Ich hab noch nicht mal die Chance, mich über die unkomplizierte Abstimmung zu freuen, als:

monopoly I

Na gut, das schau ich mir an, ich alter Datenschutzneurotiker. Registrierung:

monopoly II

Schon sicher, dass ich die Sache garantiert nicht mit meinen Daten zu Ende bringe, fülle ich aus und:

monopoly III

Zwischendurch schau ich mal in die vorne erwähnte Datenschutzbestimmung und freue mich, dass meine Daten auch außerhalb der EU genutzt und gespeichert werden dürfen. Wir erinnern uns: hasbro sitzt in Rhode Island, USA. Über den liebevollen Umgang der Amerikaner mit europäischen Daten ist schon viel berichtet worden. Aber ich mache noch einen Klick und erlebe das Erwartete:

monopoly IV

Ich habe nicht abgestimmt. Na klar: weil ich nicht meine Mailadresse angegeben hab. Es ist so extrem clever, den Lokalpatriotismus der Leute gegen sie zu verwenden. Da hätte ich drauf kommen wollen.

Und dass unser pfiffiger OB Jung völlig unreflektiert bei der Sache mitspielt, war ja auch zu erwarten.

Gerade läuft: “These are the days” von Jamie Cullum