Gestern abend fahr ich aus dem Büro nach Hause und höre dabei WDR3. Erst Nachrichten, danach verschiedene Kommentare. Einer hat es mir angetan, obgleich ich mir weder Autorin/Sprecherin noch genauen Titel merken konnte. Tenor: Die Onlinedurchsuchungen seien doch gar nicht so schlimm. Das wären sie nicht aus mehreren Gründen:
1. “Die Methode (Versand per gefälschter Behördenmail) ist jetzt bekannt, insofern kann sie nicht mehr verwendet werden.”
Aha. Überträgt man diese Einschätzung auf Viren und andere Trojaner, dürfte ja daraus nach Nennung in den Medien kein Schaden mehr entstehen, denn die Methode sei ja nun bekannt.
2. “Es handelt sich nur um 10 bis 15 Personen, die ausgespäht werden, für die Allgemeinheit besteht kein Grund zur Sorge. Der gesellschaftliche Aufschrei ist stark übertrieben.”
Das haben wir beim Lauschangriff gemerkt, dass sich die Nutzung dieser Instrumente auf gaaanz wenige beschränkt.
3. “Möglicherweise nutzen die Betroffenen, also die Straftäter, schon gar keine Online-Kommunikation mehr. Damit würde die Methode ja auch nicht angewendet.”
Spitze. Das Argument ist so einleuchtend, dass einem die Spucke wegbleibt.
Die Herangehensweise war mir vorher völlig neu. Man weiß gar nicht, warum Aber wer weiß, was Schäuble weiß….
Gerade läuft: “I See You Baby (Fatboy Slim Radio Edit)” von Groove Armada
Heute werd ich kurz nach 10 aus meinem Büro aufbrechen und mich in der RTL-Chefredaktion einfinden, um einen Tag bei RTL aktuell zu hospitieren. Bin gespannt.
…UMTS works. Bereits den dritten Tag. Nach meiner Odyssee hatte ich also die neue SIM-Karte abgeholt und nach 30 Minuten war sie freigeschaltet. Und jetzt hab ich flottes Netz und kann skypen via Mobiltelefon. Zauberhaft.
Gerade läuft: “First We Take Manhattan” von Leonard Cohen
Letzte Woche Sonntag bin ich von Leipzig nach Köln gefahren. Erster Stau kurz hinter Dreieck Rippachtal auf der A9 Richtung Süden, der löst sich auf, nachdem 20 Meter (!) zweispurige Fahrbahn passiert sind. Nächster Stau kurz danach wegen gleicher Ursache. Dritter Stau auf den Kilometern vor dem Hermsdorfer Kreuz. Vierter Stau nach Bad Hersfeld vor dem Kirchheimer Dreieck. Fünfter vor dem Hattenbacher Dreieck. Man hat ja sonst nix vor. Kurz vor Gießen fing es genau damit an: es begann stark zu regnen und all die Sonntagsfahrer beschränkten sich auf gefühltes Schritttempo. Eine Fahrt von mehreren sehr langen Stunden insgesamt.
Samstag bin ich die Strecke Köln-Erfurt von Haustür zu Haustür in 3 Stunden 20 Minuten gefahren. Ein Traum. Sonntagvormittag von Erfurt nach Leipzig in 1 Stunde 5 Minuten. Noch ein Traum. Sonntag Nachmittag 15.30 Uhr wieder in LE los Richtung Köln. Und wieder: Rippachtal bis Hermsdorfer Kreuz: 3x Stau, Kirchheim, Hattenbach, Alsfeld jeweils 1x Stau. Immerhin kein Regen zwischen Gießen und Gummersbach.
Was fiel mir auf bei dieser Fahrt? Der absolute Unmut deutscher Autofahrer, die rechte Spur zu nutzen. Und zwar unabhängig davon, ob die Autobahn zwei oder drei Spuren hat. Man fährt gemütlich auf der linken Spur in der gleichen Geschwindigkeit wie der Nebenmann und lässt den Verkehr hinter sich auf Kilometerlänge aufstauen. Ohne jede Rücksichtnahme. Ich halte das für Behinderung.
Aber es gab noch eine zweite, weitaus (im wahrsten Sinne) tödlichere Gefahr: das plötzliche Abbremsen auf der linken Spur. Wir kennen das: Man fährt ohne Tempolimit und ist gerade auf der linken Spur unterwegs. Man lässt ein bisschen abfallen, weil man den nächsten rechts vorne zwecks Verkehrsfluss kurz überholen lassen will und der nur unwesentlich langsamer ist als man selbst. Während des Überholvorgangs taucht das unvermeidliche 130er- oder 100er Schild auf und kurz danach das 100er oder 80er. Und der Vordermann geht in die Eisen aber auch ganz sicher beim Schild die vorgeschriebene Geschwindigkeit drauf zu haben. Natürlich ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten, der vielleicht mit der Schärfe der Bremsung in dem Maße nicht rechnet. Es dennoch zu schaffen, ohne dass ich dem Vordermann reinfahre und ohne dass mein Hintermann mir reinfährt, dass ist ein Glück, das lässt sich kaum in Worte fassen.
Gerade läuft: „Modern Way(Buena Vista Social Club)“ von Kaiser Chiefs
Da hatte ich mich am vergangenen Freitag so gefreut, weil ich mir ein Daten-Upgrade auf meinen Mobiltelefonvertrag gegönnt habe, und dann war es nichts. Ich hatte vorher schon mit dem Programm, dass bei meinem K610i dabei war, immer mal im Netz gesurft und die Geschwindigkeit war okay für die paar Sachen, die ich zu tun hatte. Für meine Zeit hier in Köln ohne LAN oder sogar WLAN am Wohnort war UMTS der modus operandi. Also online gebucht, 5000 MB im Monat inklusive, mehr brauch ich wohl auch nicht. Allerdings wurde nur eine Geschwindigkeit von 115 kBit/s angezeigt. Ich also erst bei meinem Kumpel angerufen, der sehr erfolgreich via UMTS im Netz unterwegs ist, und danach bei der eplus-Hotline.
Dortige Auskunft: “Sie brauchen das Programm OnlineConnect von unserer Website.” Vielen Dank auch, das hätte man ja mal freundlicherweise erwähnen können, als ich den Tarif abgeschlossen hatte. Eineinhalb MB sei das Programm groß. Das wollt ich mir dann doch noch gleich mit der alten Verbindung runterladen, die Geduld hatte ich. Im Netz stand dann aber was von rund 15 MB. Na herzlichen Dank auch. Mit der Geschwindigkeit eines Modems dauert das reichlich. In einem Anfall von kreativem Leichtsinn hab ich meinen Laptop geschnappt und bin mal ums Carrée gelaufen. Und siehe da: ein ungesichertes WLAN neben dem andern. Ich verbunden, Datei runtergeladen, und zurück in meine WLAN-freie Homezone. Installiert hab ich’s noch, probiert dann nicht mehr. Das war Freitagabend.
Am Wochenende war ich dezent privat beschäftigt und reichliche 1000 Kilometer auf deutschen Autobahnen unterwegs, insofern kam ich nicht zum Testen. Gestern abend dann – back to Cologne – wollt ich doch mal ins Netz. Wieder 115 kB/s. Verbindung via GPRS. Ich also eingestellt: Nur via UMTS verbinden. Er verbindet über GPRS. Ich hatte extra nachgeschlagen, ob UMTS vor Ort verfügbar ist. Es ist. Und es ist auch am Arbeitsplatz verfügbar, also hab ich heute Morgen vor Bürostart die Verbindung in der Aachener Straße 1044 getestet: 115kB/s via GPRS. So ein Dreck. Also schau ich mal in die diversen Foren im Netz und finde zahlreiche Probleme der User mit UMTS via eplus: wegen Wartungsarbeiten. Naja, dann wird mein Anruf bei eplus heute abend bestimmt Entzücken auslösen. Nach zehn Minuten in der Warteschleife hatte ich eine höfliche Mitarbeiterin an der „Strippe“, die mir nach meiner Beschwerde mitteilte, ich bräuchte erstmal eine UMTS-fähige SIM-Karte. Yessss!!!! Das war mein Stichwort. Wieso man mich denn nicht darauf aufmerksam machen kann, wenn ich meinen Tarif upgrade oder das erste Mal bei Ihnen anrufe?? Ein Hinweis wäre ja schon nett gewesen, dass man eine aktuelle SIM-Karte benötigt und man doch bitte prüfen solle, wenn einem eplus nicht schon selber sagt, dass man eine UMTS-unfähige Karte hat. Und dann hängt man für diese Information zehn Minuten an der teuren Supportleitung. Gut, ich hab ne 15-Euro-Gutschrift bekommen, immerhin was. Und die Adresse des nächsten eplus-Ladens in der Aachener Straße, wo man mir meine SIM-Karte tauscht. Hinfahren muss ich selber. Werd ich morgen auch machen. Soviel zu meinen Startschwierigkeiten.
Gerade läuft: „One Step Too Far(Buena Vista Social Club) “ von Dido & Faithless
Seit einigen Monaten erhebt die GEZ eine Gebühr für das Bereithalten von so genannten neuartigen Empfangsgeräten, also Mobiltelefone, PDAs und netzfähige Rechner. So weit, so schlecht. Man sollte aber meinen, dass man in dieser Behörde offenbar im Internetzeitalter angekommen ist. Diese Vermutung liegt angesichts der absehbaren eigenmächtigen Ausweitung des Rundfunkauftrages der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf das Internet und andere digitale Medien zumindest nahe. Doch weit gefehlt: die GEZ geht gegen akademie.de vor, eine Wissensplattform, die jetzt von den GEZ-Granden abgemahnt wurde, weil sie Begriffe verwendet, die geeignet seien, “ein negatives Image der GEZ hervorzurufen”. Na jetzt geht’s los. Udo Vetter nennt den entscheidenden Aspekt dabei:
Mit dieser Begründung könnte man künftig jedwede Kritik verbieten, weil Kritik ja möglicherweise für ein schlechtes Image sorgt.
So sieht’s aus. Das Selbstverständnis der ÖRR ist meiner Meinung nach von solch maßloser Arroganz geprägt, wie sie nur Organisationen hervorbringen können, die keinerlei ernsthafte Infragestellung fürchten müssen, die sich nicht refinanzieren müssen, die der Meinung sind, sie legitimierten sich aus sich selbst heraus. Furchtbar.
Gestern abend habe ich den Werbespot vom Bildblog gesehen, zufällig, und ich muss sagen, das macht Spaß. Der Zusammenhang erschließt sich vermutlich nicht jedem, aber es soll ja auch Leute geben, die alles glauben, was in der Zeitung steht.
Heute morgen lief es über dwdl und digitalfernsehen: die ARD hat Henry Maske als Box-Experten für künftige Übertragungen verpflichtet. Interessant, hat er schließlich während seiner Karriere meistens bei RTL gekämpft, die ARD stieg ja erst viel später in die Boxübertragungen ein.
Mich interessiert vor allem eins: vieviel bezahlt die ARD (oder vermutlich eine ihrer Tochtergesellschaften) dafür. Nicht, dass ich es Herrn Maske nicht gönne, aber als Gebührenzahler wüsste ich es gerne. Denn die ARD ist nicht gerade berühmt für besonders behutsame und sparsame Vertragsgestaltung mit Sportlern. Guckst Du auf die im letzten Jahr bekannt gewordenen Geheimverträge mit Jan Ullrich oder das Auftreten der ARD als Sponsor des Team Telekom.
Ein gehöriges Maß an Transparenz täte Not, lieber Fritz Raff.
Grad gelesen: Länderspiel macht der gestrigen VOX-Quote nicht nur nichts aus, man steigert sich gegenüber der Vorwoche sogar noch. Ich schaue ja selbst relativ häufig VOX, wenn ich denn überhaupt schaue. Wie mir die Kolleginnen am Montag beim Mittag mitteilten, ist VOX auf die Frauen als Zielgruppe losgegangen (Kochen, Reisen, Wellness, Serien) und da passt die QUote beim Länderspiel aus meiner Sicht gut rein.
Grundsätzlich sitze ich nicht gerne alleine in einem Büro. Ich hab’s gerne, mal die ein oder andere Idee zu diskutieren und Gedanken auszutauschen. Hier hab ich nun ein Büro für mich, zugegebenermaßen ein häßliches und so überhaupt nicht eingerichtetes Büro (ist ja auch immer nur von Praktikanten besetzt, die nie lange da sind), aber es ist meins und das bringt den für mich unschätzbaren Vorteil mit sich, dass ich Musik nicht mit Kopfhörern hören muss. Ein Traum.
Gestern abend bin ich nach Büroschluss zu den Rheinterassen gefahren um den Kölner JuLis bei ihrem Stammtisch einen Besuch abzustatten. Kleine Runde von knapp zehn entspannten Leuten. Die mangelhafte Beteiligung angesichts von über 250 Mitgliedern muss an der Kombination von Sommerpause, Semesterferien, Nieselwetter und Länderspiel geloegen haben. Am 15.9. ist Kölner Kreiskongress und da werd ich wohl auch vorbeischauen. So siehts aus.
Bin also gestern abend nach ewiger Fahrt in Köln eingetroffen und bei Rainer und Elfi warm empfangen worden. Heute Start bei RTL Television im Bereich Medienpolitik mit erstem Thema zur Bearbeitung und Recherche. Ein Thema wie für mich gemacht. Muss erstmal abklären, was und wieveil ich dazu überhaupt sagen und schreiben darf. Verschwiegenheitserklärung muss ich erst noch unterschreiben. Werde berichten, wie es mir weiter ergeht.
Gerade läuft: “Love Sweet Sound” von Groove Armada
zum gemeinsamen Forum von Wilhelm-Külz-Stiftung und Jungliberaler Aktion. Mein Referat zur Ordnungspolitik ist soweit fertig und wird diesesmal ohne Powerpoint gehalten, wie soll man schon Liberalismus in Bilder packen.
Gestern war es soweit: Mein Freund Gunnar hat sein Geburtstagsgeschenk eingelöst und wir sind zu dritt nach Brandenburg aufgebrochen, um ihm beim Panzerfahren zuzugucken. Wir konnten sogar mitfahren. T55 Bergepanzer. 600 PS. Unglaublich. Unglaubliche Kraft.
Nach dem Schlüsselerlebnis mit Marusha vor ein paar Wochen hab ich heute das nächste Treffen mit meiner musikalischen Vergangenheit, nur leider nicht persönlich. Nach Jahren, es müssen so etwa 9 der 10 sein, hab ich mal wieder meinealtenKeimzeit-Plattenrausgekramt, digitalisiert und mir auf den ipod gepackt. Wie zu Abiturzeiten. Ich weiß zwar auch wieder, warum ich mit etwa 20 aufgehört habe, Keimzeit zu hören, aber so viel später ist es doch wieder mal ganz schön.