Mai 2008


fdp31 Mai 2008 01:06 pm

Guido Westerwelle ist richtig gut heute. Ich bin selten begeistert von den Reden der Politiker meiner Partei, aber diese heute ist wirklich gut. Ich hoffe, dass sie dann auch als Video ins Netz kommt. Im Moment gibt es Fragmente im Live-Blog der FDP. Derzeit dieses, dieses, dieses, dieses und dieses.

Gerade läuft: “Rede” von Guido Westerwelle

fdp& julis31 Mai 2008 11:54 am

Eine halbe Stunde zu spät angekommen, aber jetzt beim Bundesparteitag im ICM eingetroffen. Gestern schon aus Leipzig her gefahren und die Nacht in Kneipen und Schampusbar verbracht. Ideales Hotel, das man sehr empfehlen kann. Und wer einen Schuppen zum Abstürzen sucht, dem sei der hier ans Herz gelegt. Ich geh aber nicht mehr hin, zu viel verzweifelte Leute da.

Diesmal bloggen die JuLis auch offiziell. Jedenfalls sind einige der ohnehin bloggenden JuLis dabei. Ich werd auch hier und da was schreiben.

Gerade läuft: “Grußwort” von Martin Zeil

wirtschaft29 Mai 2008 01:14 pm

Ich muss mal Boche verlinken. Über seine Erläuterungen des linken Wirtschaftsdenkens habe ich sehr gelacht. Großartig und treffend.

Das Geld wird aus der einen Tasche genommen und in die andere geschoben. Und wie durch Zauberei entstehen dadurch Arbeitsplätze. Aus dem Nichts. Weil die Kommunisten das so wollen. Und das aus dem Nichts entstandene Wachstum führt dann zu noch mehr Wachstum. Und zu noch mehr Nichts.

Gerade läuft: “Please Forgive Me” von David Gray

radio& tv23 Mai 2008 11:08 am

Es ist die letzten Tage schon ausreichend durch die Presse gewandert: der RBB muss sparen und stellt deswegen radio multikulti und das ARD-Magazin polylux ein. Über beide Produktionen der Anstalt kann man streiten, das will ich aber hier nicht tun. Eines ist beiden Produktionen jedoch gemein: sie gehen unkonventionelle Wege und - im ARD-Portolio nicht eben häufig - man kann über sie streiten, und zwar inhaltlich.
Keine Frage, multikulti hätte mehr Hörer gebrauchen können und natürlich sollten all diejenigen aus der Region BB, die jetzt über die Einstellung schimpfen lieber selber einschalten sollen. Ein Radiosender als Integrationswerkzeug. Persönlich fühle ich mich total integriert, ich wohne auch nicht in der Region, ich habe leicht reden. Andererseits ist das Minderheitenprogramm ureigenste Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Neben multikulti betreibt der RBB noch Fritz, radio eins, Inforadio, Kulturradio, Radio Berlin und Antenne Brandenburg. Das ganze in einer Region, in der es so viele Radiostationen gibt wie sonst kaum an einer Stelle in Deutschland. Sei’s drum. Der RBB geht auch bei radio eins neue Wege. Der Sender meiner Wahl, wenn ich in der Nähe der Hauptstadt bin. Es ist immer schwer, Budgets zu kürzen, andererseits wäre Adult Contemporary ein besserer Ansatz zum Kostensparen. Andererseits muss man sich fragen, warum der kleine RBB überhaupt derart viele Sender betreibt. Klar, da hat die Geschichte aus SFB und ORB was mit zu tun, aber trotzdem: Warum werden solche Fusionen wie die der beiden Alt-Anstalten zur neuen Anstalt nicht genutzt, um die eigenen Aufgaben zu definieren und sich daraus einen klaren, selbstverpflichtenden Auftrag zu geben. Nur weil der Gesetzgeber von ARD und ZDF immer wieder gehindert wird, auf den FUnktionsautrag erfolgreich Einfluss zu nehmen, kann jede Anstalt selbst im Sinne der Gebührenzahler, der Zuschauer und der Gesellschaft tätig werden und die eigenen Taten kritisch beleuchten, das Deutschlandradio macht das sehr erfolgreich. Interessant auch die Aussage von Dagmar Reim, dass sowohl das feste auls auch das freie Personal bei multikulti nicht auf die Straße gesetzt werden sollen. Hmm… Also keine Einsparungen beim Personal sondern nur beim Programm. Eine Schande.
In Sachen polylux: was bringt der RBB denn jetzt statt dessen ins Erste Programm der ARD ein? Hab ich das schon irgendwo verpasst?

Gleichzeitig werden von den ÖR Millionen in die völlig unzureichende Mediathek gesteckt. Dafür ist Geld da. Wie hochwertig die Inhalte dafür sind, diese Frage bleibt offen.

Gerade läuft: “Rhythmologie” von Hans Kottkamp und Gerhard Hindricks

computer& politisch& technik& wahnsinn& web22 Mai 2008 03:42 pm

Gerade bei heise gelesen: Ein Kreisverband der Linkspartei fordert die Ausrüstung aller Mitglieder der Linken mit Laptops. Durch die schiere Masse sei ein geringerer Stückpreis möglich.

Moment mal. Das hieße ja Ausbeutung der herstellenden Proletarier, denen dadurch ganz klar ein Teil des ihnen zustehenden Einkommens verlieren.

Aber es geht weiter, denn eine Begründung für die Forderung ist die Einführung sicherer direkter Wahlen und Abstimmungen in der Partei.

Sicher. Wenn sie meinen. Direkt. Sicherlich wäre das direkt und der innerparteilichen Demokratie förderlich. ich wundere mich immer noch, dass die Linkspartei Demokratie fordert, wo doch ihr Chef klar gegen die Pressefreiheit und für staatliche Informationsorgane Stellung bezieht. Aber sei’s drum. Es soll der “Charakter direkter Demokratie” erreicht werden. Zauberhaft. Wie bei der Volkskammerwahl, die dem gleichen Muster folgte wie die Reichstagswahl am 10. April 1938: Ja oder Nein bei Einheitsliste. Nur dass bei der Volkskammerwahl nicht gleichzeitig Österreich annektiert wurde.

Der Partei-Laptop solle so vorinstalliert werden, dass das Forum der Partei als Startseite eingebaut ist.

Jawoll. Und bei der Altersstruktur der Linkspartei kann man sich beinahe sicher sein, das keiner der Nutzer zur Änderung dieses Zustandes in der Lage ist. Das macht Spaß, das ist toll.

Den Artikel zur Scheinheiligkeit der Linken in sachen Außenpolitik aus der FAZ verlinke ich mal nur.

Gerade läuft: “Dirty Old Town” von Rod Stewart

wirtschaft22 Mai 2008 08:55 am

Da immer mal wieder, aber doch ziemlich permanent, behauptet wird, die “Besser- oder Bestverdiener” sollten mehr Steuern zahlen als “Normalverdiener”, finde ich die Darstellung der eigenen Zahlungen an den Fiskus von mehreren deutschen Managern eine gelungene Sache. Ich möchte den normalverdienenden Rufer nach Steuererhöhunen für Top-Verdiener sehen, der auch nur in die Nähe dieser Steuersummen kommt. Fakt ist schließlich, dass sie bereits mehr Steuern zahlen.

via Florian bei turi2

Gerade läuft: “Eat Yourself” von Goldfrapp

medien& print& tv21 Mai 2008 12:20 pm

jetzt auch in Gestalt von Verleger Hubert Burda. Lesenswertes Interview in der FAZ.

Gerade läuft: “Boogybytes” von Ellen Allien

grundrechte& misc16 Mai 2008 09:54 pm

Zum Nachlesen.

Gerade läuft: “Dirty Old Town” von The Dubliners

tv& web16 Mai 2008 01:39 pm

Grad beim Essen die Vorstellung des EM-Kaders angeschaut auf DFB-TV. Gute Sache das. Und der Jogi sieht wieder gut aus.

Gerade läuft: “Kaderschmiede” vom DFB

kommunikation& politisch15 Mai 2008 11:06 am

Nachdem sich John Edwards nach seinem Rückzug vom Campaign Trail als einziger der Kandidaten noch nicht zu einem Endorsement durchgerungen hatte, kam die Nachricht dann allerdings auch nicht so überraschend: Er unterstützt Obama und versetzt Hillary damit einen Treffer mehr. Wär’s nicht grad Hillary, würde sie mir direkt leid tun.

Währenddessen nutzt Edwards die Datenbank seiner Unterstützer zum Geldsammeln für sein Stipendienprogramm “College for Everyone”. Nicht ganz ungeschickt:
College for Everyone

Gerade läuft: “Hunter” von Portishead

kommunikation& uni& wirtschaft08 Mai 2008 01:29 pm

Gestern abend war Dr. Christof Erhart auf Einladung des LPRS zu Gast in Leipzig und hat einen ziemlich interessanten Vortrag zur Kommunikation in der Krise gehalten. Interessante Erfahrungswerte aus seinen früheren Stellungen bei Bertelsmann und Schering sowie aus seinem jetzigen Job als Head of Corporate Communication bei EADS haben seine grundlegenden Aussagen “Ohne Mampf kein Kampf” und “Besser schnell als zu korrekt: Wer nur acht gibt, keine Fehler zu machen, der wird nie etwas richtig machen.” zur Unternehmenskommunikation erläutert. Angenehmer Typ.

Gerade läuft: “Sam Blues” von Sambalanca Trio

medien& misc& web07 Mai 2008 12:15 pm

Zum Thema Onlinepräsenzen von ARD und ZDF hab ich ja schon hier und da meine Meinung kund getan. Anna Mahron hat aber auch was schönes dazu geschrieben.

Und nachher sitze ich beim Medientreffpunkt auf dem Podium zum Thema “Domainnamen auch für Städte und Regionen”. Hui. Bin schon aufgeregt.

Gerade läuft: “Rain” von Gaelle

leipzig& medien05 Mai 2008 02:31 pm

Die Drefa ist einer der “Medienpartner und Unterstützer” des Medientreffpunktes und auch Mitglied in der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft Medientreffpunkt Mitteldeutschland e.V. (der MDR übrigens auch).
Sie ist außerdem hundertprozentige Tochtergesellschaft des MDR. Und die Referenten zum MTM bekommen dieses Jahr von der Drefa einen USB-Stick geschenkt mit einer kleinen Flash-Präsentation über die Media-City Leipzig. Kostet zwar nicht viel, ist aber wieder ein wunderbarer Hinweis, dass der Auftrag der ÖRR enger gefasst werden muss und auch die Mittelverwendung der Beteiligungen genauer betrachtet werden muss.

Gerade läuft Dieter Althaus

fdp& leipzig& medien05 Mai 2008 02:19 pm

Bin dieses Jahr in Vertretung von Christoph Waitz beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland. Bin zwar erst Mittwoch auf dem Panel zu regionalen Top-Level-Domains, aber heute schon mal ein paar Minuten in einer Session: “Politik für den Nachrichtenticker“.
Aufgrund der aktuellen Ereignisse in Thüringen ist die Anwesenheit von Dieter Althaus und Sergej Lochthofen spannend, auch wenn sich Althaus natürlich nicht eine unbedachte Äußerung entlocken lässt.

Gerade läuft: “Beitrag” von Wolfgang Kenntemich

medien& politisch& tv01 Mai 2008 12:54 am

Die ARD verstößt wieder mal gegen den Grundsatz der Neutralität. Hab grad eingeschaltet, es geht wieder mal um den Entwurf zum Rundfunkänderungsstaatsvertrag. Thomas Leif berichtet über die Umstände unter dem reißerischenTitel “Quoten, Klicks & Kohle“. Mit neutralen Fragen wie

Werden ARD und ZDF denn dann nicht massiv im Internet benachteiligt?

oder einem Schlusswort von Kurt Beck und einem von Markus Schächter, die den “viel zu verlegerfreundlichen Entwurf” anprangern. Kurt Beck stellt die seit jeher viel zu interessengelenkten Ideen der Verleger an. ARD und ZDF sind natürlich überhaupt nicht interessengelenkt. Mir wird schlecht. Das ganze von den Zwangsgebühren der Bürger.

Mal ein Gedankenspiel: Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (ÖRR) hatten ursprünglich enen Auftrag für Radio und Fernsehen. Das hatte seine Ursache in der Ermangelung von Radio und TV im Lande, die Versorgung der Bevölkerung mit beidem wurde als der Demokratie förderlich betrachtet. Soweit okay. Dann kam die Erlaubnis von programmbegleitenden Druckwerken in den RStV. Sollen sie haben, ist ja programmbegleitend und kann im weitesten Sinn als PR betrachtet werden. Dann kommen die programmbegleitenden Mediendienste in den RStV. Und jetzt gehts los. Obwohl Druckwerke und Mediendienste in dem selben Satz sehen, kamen die ÖRR nicht auf die Idee, eine eigene Tageszeitung herauszubringen (der Kanal Druckwerke). Sie haben das dem Kanal eigene Medium nicht komplett adaptiert und sich nicht zu eigen gemacht.

Anders beim Internet: Die Internetangebote beschränken sich nicht wie die Druckwerke auf Vorstellung der Sendungen und der Stars oder ein Rätsel hier und da (auch darüber könnte man streiten, aber gut, ich will nicht spitzfindig sein). Sie beschränken sich auch nicht auf die Verbreitung des eigenen Programms (TV- und Radiokanäle via TCP/IP), das wäre ja okay und wird traurigerweise erst jetzt durch zattoo, also einen privaten Anbieter, angeboten. Nein: Beim WWW (Kanal Mediendienste) wird das Medium adaptiert und sich zu eigen gemacht. Und die ÖRR verteufeln jeden, der an dieser Art ein drittes Medium neben Radio und TV zu etablieren, ohne dass in diesem Kanal ein Defizit an Angeboten herrschen würde, wie er dazumals bei der Etablierung des NWDR bei Radio und TV geherrscht hat. Diese Chuzpe ist beispiellos.

Komischerweise wird der Wunsch der Verleger und Betreiber der Portale im Internet nach Wettbewerbsregelungen gegen diese ausufernde Expansion der ÖRR von denen als unmöglich und als Zensur gebrandmarkt.

Dazu ein Satz, den ich so meine: Wenn die Zeit des Fernsehens zu Ende gehen sollte, dann ist die Aufgabe des ÖRR vorbei. So wie die Zeit öffentlicher Stromnetze vorbei ist oder die Zeit des Kohleabbaus mit der Hand. Das ist die Zeit. Da wandelt sich manches. Das Festhalten einer staatlich geschaffenen Organisation an einer Position im Mediengefüge auch nach Wegfall der eigenen Legitimation zeugt von einem merkwürdigen Demokratie- und Staatsverständnis. ARD und ZDF sollen bei Radio und TV bleiben. Maximal.

Gerade läuft: “Moon River” von Audrey Hepburn