Thomas Leif kriegt sein Fett nach der nötigen Debatte weg. In Gestalt eines 55-Seiten-Gutachtens inklusive Transkription der Sendung, um die es geht, und über die hier auch schon berichtet wurde.
Ein Traum, sagt der Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in mir, der die einseitige Berichterstattung von ARD und ZDF im Zuge der Debatte um die Onlineoffensive der beiden zum KotzenFürchten fand. Das kommt auch in dem Gutachten sehr schön um die Ecke.
Von einer anderen Seite betrachtet Peer Schader die Sache:
Was machen Landesmedienanstalten, wenn sie sich mal richtig austoben wollen? Ganz einfach: Sie überschreiten ihre Zuständigkeiten, um damit zu begründen, dass sie gerne mehr Zuständigkeiten hätten.
Und genau so eine Überschreitung ist die Beauftragung von Horst Müller für ein Gutachten zur SWR-Sendung. Auch wenn ich mir persönlich eine Zusammenlegung der Rundfunkaufsicht über beide Säulen des duales Rundfunksystems wünsche, die LMK ist immer noch an ihren Auftrag gebunden, und der besteht nicht darin, die ARD zu überwachen.
Allerdings ist an dem mangelnden Interesse zur Qualität bei den eigentlich zuständigen SWR-Gremien in diesem Fall abzulesen, wie nötig es ist, die Programmkontrolle der öffentlich-rechtlichen zu externalisieren.
Gerade läuft: “Abraham, Martin and John” von Marvin Gaye
Juni 27th, 2008 at 22:30
Dieses Gutachten ist das Ende des Journalismus wie wir ihn heute kennen. Zitiert werden darf nur was offiziell verlautbart wurde. Kritik an Produkten anderer darf nur sein wenn auch was eigenes kritisiert wird. Die Schilderung von Fakten muss stets bei Adam und Eva anfangen, ab Kain und Abel wäre es schon eine unzulässige Verkürzung. Ein Prof der an seiner Hochschule den Bereich Redaktionspraxis bearbeitet, sollte etwas mehr von der Wirklichkeit wissen.