An dieser Stelle möchte ich eine Lanze brechen für Oskar Lafontaine, den gerade in liberalen Kreisen wohl am meisten missverstandenen Politiker und Querdenker Deutschlands, wenn nicht gar Europas. Ich möchte das an einem aktuellen Beispiel erläutern. Welt Online zitiert ihn nach der Passauer Neuen Presse folgendermaßen:
Die beste Lösung wäre, den Steuersatz bei Einkommen ab 600 000 Euro sprunghaft auf 80 Prozent ansteigen zu lassen. Das sind Einkommen, die dem 20-fachen des Durchschnittseinkommens entsprechen. Alle schamlosen Einkommen wären erfasst.
Nur ewige Nörgler können den positiven Ansatz, den Oskar damit formuliert, nicht sehen. Denn eines ist doch klar: Erst durch den massiven Eingriff des Staates in das Einkommen der Bürger werden diese motiviert, ordentlich Leistung zu zeigen, um das plötzlich entstandene Loch in der Überweisung vom Arbeitgeber auszugleichen.
Letztlich sind es doch Leute wie Oskar Lafontaine, die eine Bürgergesellschaft erst ermöglichen, da nur sie es sind, die den Bürgern eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Durch unermüdliche Aufklärung und auch dadurch, dass sie den Bürgern die lästige Pflicht des Selberdenkens abnehmen und ihnen statt dessen einfache Informationen bereits emotional aufbereitet geben, damit Zustimmung oder Ablehnung reflexartig erfolgen können. Auch dadurch wird wertvolle Energie für den Aufschwung und die Leistungsbereitschaft der Bürger freigesetzt.
Fortschritt und Entwicklung, sowohl in gesellschaftlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, kann es ohne Leute wie Oskar Lafontaine nicht geben. Speziell Oskar ist ein Katalysator, der unser Land erst lebenswert macht und uns nicht an solche Zerrbilder wie Freiheit, Selbstbestimmung oder Rechtsstaat glauben lässt.
Danke, Oskar.
Gerade läuft: “Black Coffee” von Marianne Faithful