SPON überschreibt einen Artikel mit “ABGEZOCKTE RENTNER: Lehman-Opfer kämpfen für ihr Recht“. Es soll um Beispiele für Opfer der Pleite von Lehman Brothers gehen.
Hannelore Stolley ist ein typischer Fall: In Deutschland investierten nach Schätzungen rund 50.000 Privatanleger Hunderte von Millionen Euro in Lehman-Zertifikate. Wie Hannelore Stolley vertrauten die meisten Bankkunden ihren Anlageberatern blind.
Anderes Zitat:
Es gelang dem Bankangestellten, das Ehepaar zu überzeugen. “Das Geld wäre nur weg, wenn die Bank Pleite geht. Glauben Sie mir, Lehman Brothers wird nie Pleite gehen”, erklärte er.
Tjaja. Nun sage noch einer, das Ehepaar wäre nicht informiert gewesen. Die Erkenntnis, dass eine Bank bankrott gehen kann, schine abwegig. Allerdings sind alle Verträge Makulatur, wenn einer der Vertragspartner bankrott geht. Das passiert in Deutschland ständig, und diejenigen, die den Schaden haben, müssen damit umgehen. Auch das passiert täglich. Nur in dem Moment, wo es vernünftige Menschen trifft, auch Rentner mit Spareinlagen, wollen die von dieser negativen Seite eines Rechtsgeschäfts nichts mehr wissen? Seltsame Welt.
Blindes Vertrauen ist immer schlecht. Komisch, dass das bei einer Bankpleite als Argument dienen soll.
“Glauben Sie mir, Lehman Brothers wird nie Pleite gehen.” Dieser Satz ist schlechterdings zum Zeitpunkt des Abschlusses absolut gerechtfertigt. Dem Banker daraus einen Strick zu drehen, verbietet sich genauso, wie ihm diesen Satz zu glauben. Der gesunde Menschenverstand sollte absolut formulierte Prognosen immer kritisch sehen.
Ich weise, wie an anderer Stelle auch, auf den lesenswerten Artikel von Josef Joffe hin, den Olli in seinem Blog zitiert hat.