Ich muss sagen, soviel Ehrlichkeit hätte ich den Linken nicht zugetraut, aber Dietmar Bartsch sagte folgendes im Deutschlandfunk:
Ich wünsche mir, dass wir in eine Richtung der Gesellschaft gehen, die eben sozial gerechter, die ökologischer, die friedlicher ist. Das heißt in der Konsequenz ein Systemwechsel. Nur: Meine Partei, und zwar seit langem, steht bewusst für den demokratischen Sozialismus.
Das heißt nicht, dass eine Vorhut einer Partei die Macht in einem Lande übernimmt und dann sagt, was die Interessen sind. Davon haben wir uns abschließend verabschiedet. Sondern es geht darum, Interessen wahrzunehmen und jetzt vor allen Dingen dafür zu sorgen, dass die Richtung der Politik verändert wird. Dass das letztlich auch - und als Zielsetzung meiner Partei - in einem Systemwechsel endet, das ist wohl wahr. Und da ist manch kleine Revolution, heute dafür zu kämpfen, schon ziemlich wichtig.
Die Begabung, zu erkennen, dass sich Demokratie und Sozialismus langfristig nicht vertragen, mal vorausgesetzt, war diese Aussage erwartbar. Dass sie vor den Wahlen kommt, zeigt mir, dass sich die Linke verdammt sicher ist. Und das ist traurig.
Gerade läuft: “Hope He Wants” von Rainbow Team
September 10th, 2009 at 15:49
Demokratie als Herrschaftsform und Sozialismus schließen sich nicht aus - im Gegenteil. Das sieht man ja gerade an der BRD! Z.B. im Bildungssystem: Fast 100% sozialistisch organisiert, demokratisch “legitimiert” und polizeistaatlich durchgesetzt.
Vielmehr schließt sich konsequenter Liberalismus mit jeder Herrschaftsform aus - auch mit einer demokratischen.
(Trotzdem könnte auch eine Demokratie auch liberal sein - wenn die Mehrheit per Abstimmung dafür sorgen würde, dass Herrschaft nicht stattfindet. Ein Traum oder eine realistische Vorstellung?)