Ich bin vorher nicht dazu gekommen, aber schreiben muss ich was dazu.
“Bundestag will Pflicht zur Arbeitszeiterfassung” titelt die FAZ. Mehrere Aspekte: faz.net titelt falsch, denn es handelt sich (natürlich) um einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der heute im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Bundestages auf der Tagesordnung steht.
Weiterhin ist die zur Begründung des Gesetzes angeführte Berichtspflicht zur Erfassung der Arbeitszeit zwecks Beitragsfestsetzung zur Unfallversicherung und die damit verbundenen Bürokratiekosten für kleine und mittlere Unternehmen nur die eine Hälfte des Problems. Viel interessanter finde ich, dass diese Arbeitszeitdaten an quasistaatliche Einrichtungen übermittelt werden. Statt die Berufsgenossenschaften abzuschaffen und auch in diesem Bereich eine Pflicht zur Versicherung an Stelle einer Pflichtversicherung (sorry für den Satzbaustein, er ist einfach am kürzesten) einzuführen, wird das bestehende System, das sich als unflexibel und teuer herausgestellt hat, zementiert. Von den Datenmengen, die damit zur Verfügung stehen, um erwartbar von den Sicherheitsbehörden irgendwann auch angefordert zu werden, “wo sie doch schon mal da sind”, wie wir es bei den Mautbrückendaten auch erlebt haben, will ich gar nicht reden.
Schauer. Da bleibt ja nur die Selbständigkeit.
Gerade läuft: “Get Real” von Paul Rutherford