Ministerial geleitete Forschung
“Annette Schavan will mehr Medikamente in Deutschland entwickeln lassen”, so meldet es heute online das Ärzteblatt nach einem Interview der Ministerin in der Süddeutschen Zeitung.
Da freu ich mich. Es wird also vom BMBF ein Umdenken der deutschen Wissenschaft gefordert, damit wieder mehr in diesem Bereich geforscht und gegründet wird.
Dazu investiert das Forschungsministerium zwischen 2007 und 2011 mehr als 800 Millionen Euro in die pharmaorientierten Lebenswissenschaften.
Eine Subvention als Investition zu verkaufen ist, gelinde gesagt, mutig. Und wieder mal gilt: Staatliche Zielvorgaben sind in Deutschland en vogue. Was das mit der Freiheit der Wissenschaft zu tun hat, ist mir ein Rätsel. Irgendwie hab ich das Bild vom bockigen Kind vor mir, das aufstampft und ruft: “Ich will jetzt deutsche Medikamente erforschen.” Und das, nachdem es vorher den eigenen Chemiebaukasten durch allerlei Unfug und selbstauferlegte Regeln unbrauchbar gemacht hat. Schavans Begründung für zu wenig Gründungen:
Das hat kulturelle Ursachen - Forscher aus der Wirtschaft und Forscher aus der Wissenschaft tun sich schwer in der Zusammenarbeit.
Ui. Woran das bloß liegt? Die kennen sich doch von der Uni und dem gemeinsamen Studium. Vielleicht macht man es den Hochschulforschern nur unnötig schwer, nebenbei als Unternehmer tätig zu sein, vielleicht verbietet das Beamtenrecht einige sinnvolle Dinge. Aber wenn es nur die Kultur ist, dann ist es ja gut.
Gerade läuft: “O deserto” von Mariza