health care


health care& politisch& wirtschaft04 Mrz 2008 03:31 pm

“Annette Schavan will mehr Medikamente in Deutschland entwickeln lassen”, so meldet es heute online das Ärzteblatt nach einem Interview der Ministerin in der Süddeutschen Zeitung.
Da freu ich mich. Es wird also vom BMBF ein Umdenken der deutschen Wissenschaft gefordert, damit wieder mehr in diesem Bereich geforscht und gegründet wird.

Dazu investiert das Forschungsministerium zwischen 2007 und 2011 mehr als 800 Millionen Euro in die pharmaorientierten Lebenswissenschaften.

Eine Subvention als Investition zu verkaufen ist, gelinde gesagt, mutig. Und wieder mal gilt: Staatliche Zielvorgaben sind in Deutschland en vogue. Was das mit der Freiheit der Wissenschaft zu tun hat, ist mir ein Rätsel. Irgendwie hab ich das Bild vom bockigen Kind vor mir, das aufstampft und ruft: “Ich will jetzt deutsche Medikamente erforschen.” Und das, nachdem es vorher den eigenen Chemiebaukasten durch allerlei Unfug und selbstauferlegte Regeln unbrauchbar gemacht hat. Schavans Begründung für zu wenig Gründungen:

Das hat kulturelle Ursachen - Forscher aus der Wirtschaft und Forscher aus der Wissenschaft tun sich schwer in der Zusammenarbeit.

Ui. Woran das bloß liegt? Die kennen sich doch von der Uni und dem gemeinsamen Studium. Vielleicht macht man es den Hochschulforschern nur unnötig schwer, nebenbei als Unternehmer tätig zu sein, vielleicht verbietet das Beamtenrecht einige sinnvolle Dinge. Aber wenn es nur die Kultur ist, dann ist es ja gut.

Gerade läuft: “O deserto” von Mariza

beruflich& health care& leipzig& sport18 Feb 2008 10:39 am

Der ruhmreiche FC Leipzig Hope, Deutscher Meister 2004, hat wieder mal erfolgreich ein Turnier beendet. Beim 7. Fußballturnier der DGTHG, diesmal in Innsbruck und gemeinsam mit den Gesellschaften aus Österreich und der Schweiz, wurden wir Dritte. Das unendliche Trauma der Mannschaft, das Penalty-Schießen, war auch diesmal limitierendes Element. So gelang es nicht, gegen die wie immer ebenfalls starke Mannschaft vom Herzzentrum Berlin während der regulären Speilzeit zu gewinnen. Der dritte Platz ist da noch versöhnlich.

Gerade läuft: “Der Anruf” von Roger Cicero

health care& tv15 Feb 2008 11:04 pm

Wer es noch nicht gesehen hat. Bei youtube gibts noch mehr davon. Das läuft richtig im Fernsehen. Man fasst es nicht.

Das ganze heißt Kanal Telemedial. Kann ich unmöglich verlinken. “brüll*

Gerade läuft: “There was a time” von Maceo Parker

fdp& grundrechte& health care& wirtschaft15 Feb 2008 01:29 pm

In Schleswig-Holstein werden durch eine private, aber gemeinnützige Wirtschaftakademie Ärzte auf einen Job in Schweden vorbereitet, wie die Ärztezeitung in ihrer Onlineausgabe berichtet.

Nun diskutieren Politik und Bürger darüber, ob die Akademie damit der deutschen Volkswirtschaft schade, immerhin wurden in den vergangenen 7 Jahren rund 100 Ärzte auf den Einsatz in Schweden vorbereitet. Manch einer fordert, die Ärzte, die dem Ruf nach Schweden folgen, sollten ihre Ausbildung rückwirkend an den deutschen Staat zurückzahlen. Besonders schön die Äußerungen des FDP-Abgeordneten Ekkehard Klug (!):

Volkswirtschaftlich sei die Vermittlung der fertigen Ärzte durch die IHK Unfug.

Auch der CDU-Wirtschaftsminister Austermann will der “Fluchthilfe” einen Riegel vorschieben.

Mich beunruhigt diese Art und Weise des Umgangs mit diesem Problem. Zum einen wird mal wieder versucht das Symptom zu behandeln statt der Krankheit. Das junge deutsche Ärzte ins Ausland gehen, hat etwas mit der beruflichen und gesellschaftlichen Situation hierzulande zu tun. Den Schweden die Schuld zu geben, dass sie bessere Arbeitsbedingungen bieten, erinnert mich an Gerhard Schröder und Hans Eichel, der sich bei seinem damaligen Finanzministerkollegen aus Warschau über zu niedrige Steuern in Polen beklagte, weil dann für Deutschland der Wettbewerb zu hart würde. Anstatt in Deutschland für angemesse Arbeitsbedingungen und ordentliche Bezahlung der Ärzte zu sorgen, will man ihnen die Ausreise mit 150.000 Euro Gebührenrückzahlung vermiesen, noch dazu innerhalb der EU. Ganz abgesehen davon, dass ich auf die Urteile des Bundesverwaltungs- und -verfassungsgerichts sowie des EuGH gespannt wäre, die zweifelsohne irgendwann kommen würden, würde diese Praxis tatsächlich umgesetzt, gibt es noch einen historischen Aspekt den man nicht außer acht lassen darf: Der letzte Versuch in Deutschland, die Abwanderung von qualifizierten Bürgern zu stoppen, führte zum Bau der Berliner Mauer.
Umso schlimmer, dass sich ein FDP-MdL an dieser Debatte derart beteiligt.

Gerade läuft: “Turn Me On” von Kevin Lyttle

UPDATE:
Matthias Wallenfels schriebt:

Für die betroffenen Ärzte ist es beschämend, wenn man ihnen mehr oder weniger deutlich durch die Blume gesprochen bedeutet, sie sollten den von ihnen gewählten freien Beruf doch, bitte schön, in Deutschland ausüben und nicht zur verbesserten Versorgung von Patienten in einem anderen Land beitragen.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Schafft man von Seiten der verantwortlichen Politik in einem demokratisch legitimierten Umfeld genügend materielle und immaterielle Anreize, dass eine Niederlassung als Haus- oder Facharzt wieder verstärkt als attraktive berufliche Option wahrgenommen wird, dann wird sich die Frage der schleichenden Abwanderung bald nicht mehr stellen - oder sich zumindest in ihrem Ausmaß reduzieren.

Dem ist wenig hinzuzufügen. Ich habe an den o.g. FDP-Abgeordneten erstmal eine E-Mail geschrieben. Mal sehen, was da kommt.

Gerade läuft: “Stamping Ground” aus dem Big Lebowski Soundtrack

health care& politisch14 Feb 2008 12:50 pm

Heute steht im Bundestag die Debatte zur Überarbeitung des Stammzellgesetz auf der Tagesordnung. Gestern abend lief von 18.40 Uhr bis 19 Uhr auf dem Deutschlandfunk eine gut ausgearbeitete Darstellung über die Situation und die Forderungen der vier unterschiedlichen Anträge, die zum Thema beim Bundestagspräsidenten vorliegen.
Heute morgen während meiner Fahrt zum Arbeitsfrühstück kam auf dem gleichen Sender eine Kurzdiskussion mit Ulrike Flach (FDP) und Hubert Hüppe (SPD). Ulrike Flach ist seit jeher für eine möglichst liberale und forschungsfreundliche Regelung (wen überraschts ;) ), Hüppe vertritt den moralischen Ansatz und lehnt forschung an embryonalen Stammzellen jeder Form ab. Ich habe Verständnis für diesen Hüppe’schen Ansatz, die ethischen Werte hochzuhalten ist aller Ehren wert. Aber dann soll Herr Hüppe auch bitte mit moralischen und ethischen Argumenten vortreten. Die sind nicht besser oder schlechter als wissenschaftliche Argumente, warum also verstecken? Hubert Hüppe aber argumentiert auf wissenschaftlicher Ebene und das sehr schlecht. Beispiel gefällig? Bitte schön:

Hüppe meint, Wissenschaftler protestierten gegen die derzeitige Beschränkung der Forschung auf alte Stammzelllinien. Trotzdem würden sie diese alten Linien weiter importieren. Da passe doch etwas nicht zusammen.

Kunststück, Herr Hüppe. Wenn es verboten ist, wird kaum ein Wissenschaftler ES-Zellen aus neuen Linien importieren. Die Tatsache, dass man sich mit dem unzurichenden Zustand der deutschen Forschungslandschaft arrangiert, um nicht straffällig zu werden, bedeutet nicht, dass man den Zustand gutheißt. Noch ein Beispiel?

Hüppe meint, die Forschungserfolge im Bereich der adulten Stammzellen mit über 1700 Publikationen zeigen angesichts der Tatsache, dass mit ES-Zellen noch überhaupt keine Studien und Publikationen klinischen Ursprungs vorhanden sind, dass die Forschung mit ES-Zellen ohnehin nicht notwendig sei und nichts bringe.

Man sollte nicht die Ergebnisse von 50 Jahren Forschung mit denen von 10 Jahren gleichsetzen. Außerdem ist es eine Anmaßung, wenn er als Diplom-Verwaltungswirt glaubt feststellen zu können, was in der Grundlagenforschung zu erwarten ist oder nicht. Dafür ist er nicht qualifiziert. Es ist schlimm genug, dass er die wissneschaftlichen Argumente von anerkannten Wissenschaftlern als falsch abtut. Bei Thomas Mann heißt es dazu treffend: “Das entzieht sich Ihrer Beurteilung.” Ich bleibe dabei, wer mit moralischen und ethischen Maßstäben Forschung in diesem Bereich ablehnt, der sollte auch moralisch und ethisch argumentieren.

Gerade läuft: “Heartfixer” von De-Phazz

health care& selbstbestimmung05 Feb 2008 08:18 pm

Angesichts des absehbaren Hausärztemangels in einigen Teilen der Republik sollte man meinen, dass bundeseinheitliche Lösungen bei den Anreizen zur Niederlassung nicht weiterhelfen. Das ist das eine. Das andere ist der grundsätzliche Umgang der Politik und der Pseudo-SelbstverwaltungFunktionärsautokratie im Zusammenspiel zwischen Ärzten, Kassenärztlicher Vereinigung und Kassen. Da wird in Größenordnungen Geld verschwendet, da werden Pfründe gesichert, da werden Prunkbauten finanziert, das ganze finanziert von den Ärzten, die eigentlich von den KVs gegenüber den Kassen vertreten werden sollen. Dass das offenbar so gar nicht funktioniert und dass die Politik dem Spiel zuschaut und immer neue Ausnahmeregelungen und neue Bürokratien schafft, das lassen sich die Hausärzte in Bayern jetzt offenbar erfolreich (für Link Regsitrierung nötig) nicht mehr gefallen und auch die Kollegen aus BaWü schielen in diese Richtung.
Find ich gut.

gerade läuft: “Habibi” von Amr Diab

health care& kommunikation& uni08 Dez 2007 11:22 am

Gestern und vorgestern hab ich im Rahmen des LTCS meine ersten 6 Interviews für die Thesis geführt. Als da wären Joseph Coselli, David H. Adams, W. Randolph Chitwood, Ralph J. Damiano, Michael J. Mack und J. Michael Smith. Allesamt beeindruckende Gespräche mit beeindruckenden Chirurgen. Und der Kongress selbst war auch ziemlich großartig.

Gerade läuft: “Schein Heilig” von Curse

beruflich& health care& kommunikation19 Nov 2007 07:25 pm

Morgen gehts in die Konzernzentrale zum Strategiemeeting. Letzte Vorbereitungen laufen. Aber 6.45 Uhr Start hier. Bin jetzt schon müde.

Gerade läuft: “Immer mehr” von Herwig Mitteregger