Es gibt einen Unterschied zwischen “man” und “Mann”. Ersteres ist ein Indefinitpronomen, das dem althochdeutschen “manus”, also dem Wort für Mensch, entstammt, und das explizit unbestimmt ist in der Menge derer, die dadurch beschrieben werden. Weder in Geschlecht noch in Menge oder sonst einem Kriterium. Zweiteres ist der Mann, wie wir ihn alle kennen. Der Vollstandigkeit halber: Sunjektiv/Nomen, gleiche Wortherkunft wie ersteres, aber klar differenzierte Wortbedeutung dahingehend, dass eine Personengruppe eindeutig definiert ist (und jetzt nicht irgendwelche Mischformen von Mann und Frau als Gegenbeispiel anbringen).
Warum schreib ich das? Weil es Leute gibt, die einen Satz wie “Das Thema wird man noch bearbeiten müssen.” so schreiben: “Das Thema wird mensch noch bearbeiten müssen.” Hallo? Durch “man” wird keine Frau diskrimiert, höchstens die deutsche Sprache diskreditiert. Dieser Gleichstellungswahn, der in einigen Kreisen Einzug gehalten hat, ist doch aberwitzig. Vor Jahren war ich Leipzig als Gast zum Bundeskongress der Jusos eingeladen. Dort gab es einen Änderungsantrag, der ungefähr so lautete:
Der Bundeskongress möge beschließen:
Ersetze in Zeile XX “Opfer” durch “Opfer und Opferinnen”.
Wurde abgelehnt, aber trotzdem: hurra.
Gerade läuft: “Dr. Schiwago” von Henri Mancini