liberalismus


fdp& liberalismus& selbstbestimmung07 Aug 2008 10:25 am

Miriam Gruß, aus meiner eigenen Partei, spricht sich in der Welt für ein Verbot von Spielzeug in Cornflakes-Packungen und Überraschungseiern aus. Mir ist ein Rätsel, was sie sich dabei gedacht hat.

Die Parlamentarier der Kinderkommission des Deutschen Bundestages haben in einer Empfehlung über „Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag“ die Kombination aus Nahrungsmitteln mit Spielzeug auf den Index gesetzt.

Nach Ansicht der Bundestagsabgeordneten der Kinderkommission Miriam Gruß gehören neben dem Überraschungsei auch Cornflakes mit Spielzeug drin verboten. Zu gefährlich! „Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln”, sagt sie. Unfallzahlen mit verschluckten Plastikfiguren liegen der Politikerin indes nicht vor.

Blinder Aktionismus, sinnlose Regelungswut. Sie sollte sich mal über liberale Grundwerte einen Kopf machen. Ich habe mich als Kind in der DDR diebisch gefreut über die kleinen Gimmicks, die in den Kellogs-Packungen immer drin waren, die Weihnachten über die Zonengrenze kamen, weil man sie dank der Kommunisten nicht im Laden kaufen konnte. Mir ist nichts passiert. Ich kenne auch keinen, der durch Ü-Ei-Spielzeug oder Cornflakes-Spielzeug Schaden genommen hätte, außer vielleicht Bart Simpson. Liebe JuLis in Bayern: Erinnert Ihr die liebe Miriam bitte mal an den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Gerade läuft: “Found This Way” von Musicworx

liberalismus& wirtschaft22 Jul 2008 02:03 pm

Thomas Apolte erläutert die Widersprüche des Ehegattensplitting auf sehr nachvollziehbare Weise in einem längeren Artikel auf Wirtschaftliche Freiheit. Ein Fazit lautet:

Im Jahre 2006 betrug der Anteil der Einkommen- und Körperschaftssteuererträge des Staates am Volkseinkommen 9,3 %. Das wäre der Durchschnittssteuersatz, wenn sämtliche Faktoreinkommen in Deutschland mit einer einheitlichen Einkommensteuer belegt würden, egal von wem sie erwirtschaftet werden. Wenn der Staat nun aus sozialen Gründen ganze zwei Drittel dieser Einkommen komplett steuerfrei stellen und nur das restliche Drittel mit einem einheitlichen linearen Steuersatz von 28 % besteuern würde, dann wären die Steuereinnahmen exakt so groß wie die jetzigen Einnahmen des Staates aus Einkommen- und Körperschaftssteuer zusammen. Jeder mag für sich selbst entscheiden, ob das ungerecht oder unrealistisch ist. In jedem Falle aber würde es viele Probleme lösen, von denen die Merkwürdigkeiten des Ehegattensplittings nur eines sind.

Wenn das kein Plädoyer für die Flat Tax ist, dann weiß ich es auch nicht.

Gerade läuft: “Oakland Zone” von Tower of Power

fdp& liberalismus& technik& web27 Jun 2008 09:06 am

Mit Ruhm hat Jorgo sich nicht bekleckert, wenn man Thomas Knüwer Glauben schenkt. Seinen Hang zu Siegeln und Zertifikaten in Sachen Schutz des Mediennutzers hab ich schon bei der Debatte um die Novellierung der EU-Fernsehrichtlinie erleben dürfen, wo sein Drang zur massiven Integration und Homogenisierung des Jugendschutzes im Fernsehen dafür gesorgt hat, dass der Liberalismus in den FDP-Stellungnahmen zum Thema kaum mehr zu finden war. Die Erlebnisse und Einschätzungen von Herrn Knüwer passen leider ins Bild. Aber Jorgo ist ja auch auf den Second-Life-Zug aufgesprungen dazumals. Da scheint mir wieder, dass mangelndes Wissen durch sicheres und vermeintlich innovatives Auftreten ausgeglichen werden sollen. Und das kommt auch in meiner Partei leider viel zu oft vor. Gott sei dank haben viele aus Union und SPD vom Netz noch deutlich weniger Ahnung.

Kein Mensch braucht Gütesiegel für Blogs. Der Vorschlag hat das gleiche Niveau wie die Behauptung, nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk könne im Netz für Qualität und Vielfalt sorgen. Beides ist grober Unfug.

Gerade läuft: “Darling Nikki” von Prince

liberalismus& radio06 Feb 2008 08:32 pm

Dass er ein Grund ist, Spiegel Online aus den Feeds und Bookmarks zu werfen, ist nix neues. Dominik hat sich auch grad wieder über Gabor Steingart erbost. Eben hör ich zufällig in der Küche Deutschlandfunk “Zur Diskussion”. Was lässt er da vom Stapel (ziemlich exakt wörtlich, ich werd den genauen Wortlaut recherchieren):

Liberal, das bedeutet in den USA nicht zwangsläufig die Reduzierung auf Wirtschaftsfreundlichkeit, wie wir das in Deutschland kennen, in den USA ist das mehr eine Haltung, in der Menschen aus einer Unsicherheit heraus zu viele Freiheiten zulassen.

Wie gesagt: ich recherchier den genauen Text, der noch nicht online steht. Aber das ist der Hammer. Und bei ihm besteht die Gefahr, dass er das glaubt.

Gerade läuft: “You Are So Beautiful” von Al Green