tv


tv12 Aug 2008 09:25 am

Manchmal merkt man es schon am Titel einer Sendung, dass sie für einen selbst als Zuschauer eher nichts ist, sein könnte oder werden wird. So ging es mit heute bei dieser Meldung. Mein Favorit: “Blüh! Die Frühlingsshow” Da kann sich SAT1 noch so große Mühe geben. Und ich bin dieser Meinung auch deshalb, weil Hugo Egon Balder der meiner Meinung nach unästhetischste Mann im deutschen Fernsehen ist.

Gerade läuft: “Café Regios” von Isaac Hayes

politisch& tv07 Aug 2008 10:50 am

Dieser Artikel in der taz ist lesenswert. Kern ist die Tatsache, dass sowohl ARD und ZDF gemeinsam mit dem Erwerb der Übertragungsrechte für Olympia in Peking auch die Verpflichtung gegenüber dem IOC eingegangen sind, eine Auftragsproduktion des IOC über Peking auszustrahlen. Die ARD verschiebt diese Pflicht-Propaganda in einen Digitalkanal - immerhin.
Mich treibt die Frage um, ob ARD und ZDF da nicht einen Vertrag eingegangen sind, den sie gar nicht hätten eingehen dürfen. Die ARD erklärt an allen Ecken und Enden, dass sie sich um unabhängige Berichterstattung bemüht, eine vorproduzierte “Dokumentation” ist mitnichten unabhängig, ein Disclaimer vor und nach dem Film, ähnlich wie bei Wahlwerbung, wäre angebracht (Wird das gemacht?).
Das IOC greift via Vertragsgestaltung in die Programmhoheit der Redaktionen ein. Mir ist zwar klar, dass die öffentlich-rechtlichen nahezu jede Kröte schlucken, um die Übertragungsrechte zu bekommen, sie zahlen ja auch fast jeden Preis, allerdings wundert mich das Stillhalten der Rundfunkräte in dem Zusammenhang. Oder…nein, eigentlich wundert mich das auch nicht.

Der deutsche Rundfunk wird zum Propagandainstrument eines Regimes, das die Menschenrechte verachtet, und eines internationalen Syndikats, dass aller 2 Jahre ein Sportfest veranstalten lässt und seinen Funktionären Pfründe und Geld sichert. Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit sind für das IOC nur Bagatellen, Hauptsache, der Gewinn ist hoch genug. Und die ARD macht mit. Danke, dass ich Gebühren zahlen darf.

Gerade läuft: “Contigo Cafe” von Michael O’Neill

beruflich& radio& recht& tv05 Aug 2008 02:38 pm

Vor wenigen Tagen hatte das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden, dass ein Anwalt für seinen beruflich genutzten PC keine Rundfunkgebühren an die GEZ zahlen muss. Das Verwaltungsgericht Ansbach hat jetzt für die gleiche Sachlage genau andersherum entschieden (Urteil, Presseerklärung).

Nachdem ich mir die Urteilsbegründung angeschaut habe, bin ich auf die Verfassungsbeschwerde des Klägers gespannt.

Gerade läuft: “Going Missing” von Maximo Park

tv& wahnsinn30 Jul 2008 04:24 pm

Die Hamas verhaftet in Gaza aus politischen Gründen einen für die ARD tätigen Kameramann und die ARD schließt “aus Protest” ihr dortiges Büro. Es ist ja auch blöd, wenn man über längere Zeit die Terroristen und Banditen als Freiheits- und Widerstandskämpfer tituliert und dann merkt, dass es nur Verbrecher sind.

Und anstatt als westlicher Sender vor Ort zu bleiben und kritisch zu berichten, wird das Büro aus Protest geschlossen. Das liegt auf einer Ebene mit der so genannten “inneren Emigration” eines Wolfgang Thierse in der DDR. Abhauen, ducken, das ganze aber als Widerstand verkaufen. Super.

Gerade läuft: “I’m Not Scared” von Ladytron

technik& tv18 Jul 2008 11:19 am

Was mir im Zusammenhang mit dem Nachschlagen hierzu auffiel, ist, dass die ARD-Mediathek vollkommen unbrauchbar ist. Sarah Kuttner schreibt auf ihrer eigenen Homepage, dass man die Sendung in der Mediathek anschauen könnte. Kein direkter Link. Bei der Mediathek ist die Sendung aber weder in der Programmliste drin, noch lässt sie sich über die Suchbegriffe “kuttner” oder “kleinanzeigen” finden.

Danke für die optimale Verschwendung meiner Gebühren, liebe ARD.

Gerade läuft: “Jubo” von Eddy Senay

fdp& leipzig& print& tv18 Jul 2008 11:13 am

Ich bin seit 2001 Mitglied des Kreisvorstandes der Leipziger FDP, will sagen: ich weiß über Entscheidungen im Verband bescheid. Das nur vorweg, wegen der Glaubwürdigkeit.

Gestern abend krieg ich ne Mail von unserem Vorsitzenden, in dem ich auf einen Artikel in der LVZ vom 17. Juli auf Seite 13 hingewiesen werde:

Die Leipziger FDP pustet frischen Wind ins politische Theater. Sie denkt das Genre weiter. Das Fernseh-Sternchen Sarah Kuttner, das bislang nicht gerade als Speerspitze des investigativen Journalismus bekannt war, hat das recherchiert. Kuttner unterhielt sich für ihre Sendung „Kleinanzeigen“ mit einem Leipziger Mietdemonstranten. Der erzählte nebenbei, wie ihn die FDP Anfang des Jahres anheuerte, um für die Privatisierung der Stadtwerke zu protestieren. 130 Euro habe er dafür erhalten, bar auf die Hand, ohne Papierkram.

Geil. Habe Kuttners Sendung nicht gesehen, habe das Wortprotokoll gelesen. Interessanterweise ist nichts von dem, was er sagt, wahr. Aus zwei Gründen. Erstens gab es während der gesamten Kampagne für die Privatisierung der Stadtwerke keine Demonstration und auch keinen Infostand der FDP. Es gab meines Wissens überhaupt keine Demonstration, die sich für den Verkauf der Stadtwerke eingesetzt hat. Die einzigen Aktionen der Liberalen mit richtig Manpower, die im Vorfeld gelaufen sind, waren die Plakatierung der Stadt und eine Flyeraktion der JuLis. Da hat kein Andreas Jacobi mitgemacht. Zweitens wäre die Situation, so wie sie von Jacobi geschildert wird, rechtswidrig. Eine Zahlung ohne Beleg aus dem Vermögen der FDP ist schlicht unmöglich. Eine Zahlung aus der privaten Tasche eines FDP-Mitgliedes an Herrn Jacobi wäre strafbar (verdeckte Parteienfinanzierung) unter der Voraussetzung, dass die Partei etwas davon hat und das Vorgehen mit der Partei abgestimmt ist. Ist es aber nicht. Und was sollte die FDP davon haben, einen einzigen Mietdemonstranten anzuheuern? Das ist lächerlich, auch deshalb, weil auch die FDP mit “130 Euro pro Tag plus Fahrtkosten” (Zitat Wortprotokoll) besseres anfangen kann als einen Alleingänger auf die Straße zu schicken.

Ich stelle mir auch die Frage, was das für ein Geschäftsmodell ist, das es ermöglicht, für 130 Euro am Tag arbeiten zu können. Schwarz auf die Hand. Was ist das für ein Typ, der seine Schwarzarbeit in Zeitungsannoncen anbietet und darüber im Fernsehen erzählt?

Eine anderer Punkt treibt mich um: Die LVZ spricht davon, Sarah Kuttner hätte “recherchiert”. Hat sie ja offenbar nicht, denn die Leipziger FDP wurde nicht befragt. Einen Kleinannoncensteller bloßzustellen als jemanden, der sich mit Flaschbehauptungen interessant macht, wäre ja auch zu viel Aufwand. Und mwö, der Autor des Artikels, hat sonntag abend Fernsehen geguckt und schön abgeschrieben, nachgefragt bei uns wurde auch von Seiten der LVZ nicht. Das ist die vielgerühmte journalistische Sorgfalt.

Gerade läuft: “Well Phase” von Masterfleet

politisch& tv& web14 Jul 2008 10:57 am

Der Staat macht sich zum Herrscher über das Internet, schreibt zumindest Florian in Zitation der Süddeutschen bei turi2.

Die Ambitionen der Regulierungsbehörden das Internet zu ihrem Hoheitsgebiet zu machen zeugt von der unglaublichen Unwissenheit auch im Haus von Prof. Ring, also der BLM. Sie zeugen aber auch von einem ganz bestimmten Staatsverständnis. Es entsteht etwas Neues, in diesem Fall Internetfernsehen, das eine unglaubliche Demokratisierung und Vielfalt der Medien ermöglichen könnte. Die Rundfunkdefinition aus dem Rundfunkstaatsvertrag stammt aus jedoch aus einer Zeit als Modems von mit 9600 Baud die Verbindung zum Netz ermöglichten, wenn überhaupt. Diese Definition war ohne Kenntnis der heutigen Möglichkeiten geschaffen worden. Jetzt das ganze Internet per uralter Definition zum kontrollierten und regulierten Bereich zu machen wird genau eine Folge haben: Es wird in Bayern weniger Anbieter von Internetfernsehen geben. Der Staat greift ein, der Bürger passt sich an die Regelungen an. Und genau so sollte Staat nicht funktionieren. Der Staat sollte die Regelungen an die Bürger anpassen.

Abgesehen davon ist die zitierte Grenze von 500 zeitgleichen Streams völlig willkürlich gezogen. Diese Regelung ist etatistisch und unnötig. Sie sollte zurückgenommen werden, bevor sie in Kraft tritt.

Gerade läuft: “Hintergrundgeräusche” von Studenten

sport& tv01 Jul 2008 09:51 am

Jörg Jaksche wird vom ZDF als Dopingexperte für die Tour de France gebucht. Yeah. Soviel Schneid hätt ich den Mainzern gar nicht zugetraut. Oder ist es bloß wieder ein Triff ins Fettnäpfchen? Schließlich wurde Jaksche wegen Dopings letztes Jahr gesperrt. Sinnvolle Ausgabe meiner Gebührengelder?

Gerade läuft: “King of Pain” von The Police

sport& tv30 Jun 2008 02:38 pm

Ist es denn wirklich nötig, dass aktuell Das Erste, ZDF und Phoenix zeitgleich vom Empfang der Fußball-Nationalmannschaft in Berlin berichten? Über die dortige Definition von relevanten Informationen müsste man gesondert diskutieren angesichts minutenlanger Befragung von Passanten.

Im ZDF moderieren Monica Lierhaus und JBK. Und ich hatte gehofft, er hätte mit dem Halbfinale seinen letzten Satz gesagt bei der EM08. Mist.

Gerade läuft: “Wrapped Around Your Finger” von The Police

tv30 Jun 2008 01:24 pm

Michael Jürgs hat einen lesenswerten, wenngleich auch polemischen Artikel über die Unterhaltung im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm geschrieben, und die Abkehr von der Quote gefordert. Nichts neues, aber womöglich höhlt steter Tropfen den Stein ja tatsächlich.

Bei mehr als sieben Milliarden Euro Gebühreneinnahmen pro Jahr muss man endlich in der Unterhaltung Qualität verlangen können also eine Unterhaltung, die sich nicht an der Quote orientiert. ARD und ZDF haben sich in den Jahren, in denen öffentlich-rechtliche Unterhaltung von kommerzieller Unterhaltung nicht mehr zu unterscheiden war, ein Publikum geformt, das darauf wieder eingestimmt werden muss. Da kann die Quote vorerst keine Bemessungsgrundlage mehr sein.

Gerade läuft: “Demolition Man” von The Police

tv25 Jun 2008 12:07 pm

Thomas Leif kriegt sein Fett nach der nötigen Debatte weg. In Gestalt eines 55-Seiten-Gutachtens inklusive Transkription der Sendung, um die es geht, und über die hier auch schon berichtet wurde.
Ein Traum, sagt der Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in mir, der die einseitige Berichterstattung von ARD und ZDF im Zuge der Debatte um die Onlineoffensive der beiden zum KotzenFürchten fand. Das kommt auch in dem Gutachten sehr schön um die Ecke.
Von einer anderen Seite betrachtet Peer Schader die Sache:

Was machen Landesmedienanstalten, wenn sie sich mal richtig austoben wollen? Ganz einfach: Sie überschreiten ihre Zuständigkeiten, um damit zu begründen, dass sie gerne mehr Zuständigkeiten hätten.

Und genau so eine Überschreitung ist die Beauftragung von Horst Müller für ein Gutachten zur SWR-Sendung. Auch wenn ich mir persönlich eine Zusammenlegung der Rundfunkaufsicht über beide Säulen des duales Rundfunksystems wünsche, die LMK ist immer noch an ihren Auftrag gebunden, und der besteht nicht darin, die ARD zu überwachen.

Allerdings ist an dem mangelnden Interesse zur Qualität bei den eigentlich zuständigen SWR-Gremien in diesem Fall abzulesen, wie nötig es ist, die Programmkontrolle der öffentlich-rechtlichen zu externalisieren.

Gerade läuft: “Abraham, Martin and John” von Marvin Gaye

medien& tv11 Jun 2008 09:42 am

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind zur Neutralität verpflichtet. Dass sie die nicht haben, wissen WDR-Zuschauer oder -Hörer nicht erst seit gestern. Seit gestern wissen wir aber, dass sich die heute-Redaktion beim ZDF nicht entblödet, über prominente Unterstützer der öffentlich-rechtlichen Online-Offensive ausführlich zu berichten. Über diejenigen, die sich gegen die selbstverordnete Ausweitung des Sendeauftrages wenden, wird in einem tendenziösen Nebensatz berichtet. Liebe heute-Redaktion: Ihr begründet Euren Ausflug in die Welt der neuen Medien mit Eurer Qualität, aber Ihr haltet Euch nur an Eure Standards, wenn es Euch passt. Davon wird mir schlecht.
Nun könnte man entgegnen, dass ja die privaten Anbieter und die Zeitungsverleger auch tendenziös berichten. KAnn man, stimmt auch. Allerdings sind die nicht im öffentlichen Auftrag unterwegs. Das ist der feine Unterschied. Der große Unterschied ist, dass es bei ARD und ZDF nicht an die Existenz geht, wenn Investitionen sich nicht auszahlen, denn zahlen tut die Hirngespinste der Intendanten der Gebührenzahler. So darf es nicht weitergehen.

Gerade läuft: “Keep On Truckin’” von Eddie Kendricks

tv09 Jun 2008 05:19 pm

…warum, das ZDF seinen Theaterkanal zu einem dritten öffentlich-rechtlichen Kulturkanal ausbauen will neben 3sat und arte. Statt Kultur im Hauptprogramm stattfinden zu lassen (André Rieu ist doch eher Unterhaltung), vielleicht sogar mal zu guten Sendezeiten, plant man eine Umstrukturierung, um sich von den beiden Konkurrenten aus dem eigenen Haus besser abheben zu können. Unfassbar.

Gerade läuft: “EM-Studio”

radio& tv23 Mai 2008 11:08 am

Es ist die letzten Tage schon ausreichend durch die Presse gewandert: der RBB muss sparen und stellt deswegen radio multikulti und das ARD-Magazin polylux ein. Über beide Produktionen der Anstalt kann man streiten, das will ich aber hier nicht tun. Eines ist beiden Produktionen jedoch gemein: sie gehen unkonventionelle Wege und - im ARD-Portolio nicht eben häufig - man kann über sie streiten, und zwar inhaltlich.
Keine Frage, multikulti hätte mehr Hörer gebrauchen können und natürlich sollten all diejenigen aus der Region BB, die jetzt über die Einstellung schimpfen lieber selber einschalten sollen. Ein Radiosender als Integrationswerkzeug. Persönlich fühle ich mich total integriert, ich wohne auch nicht in der Region, ich habe leicht reden. Andererseits ist das Minderheitenprogramm ureigenste Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Neben multikulti betreibt der RBB noch Fritz, radio eins, Inforadio, Kulturradio, Radio Berlin und Antenne Brandenburg. Das ganze in einer Region, in der es so viele Radiostationen gibt wie sonst kaum an einer Stelle in Deutschland. Sei’s drum. Der RBB geht auch bei radio eins neue Wege. Der Sender meiner Wahl, wenn ich in der Nähe der Hauptstadt bin. Es ist immer schwer, Budgets zu kürzen, andererseits wäre Adult Contemporary ein besserer Ansatz zum Kostensparen. Andererseits muss man sich fragen, warum der kleine RBB überhaupt derart viele Sender betreibt. Klar, da hat die Geschichte aus SFB und ORB was mit zu tun, aber trotzdem: Warum werden solche Fusionen wie die der beiden Alt-Anstalten zur neuen Anstalt nicht genutzt, um die eigenen Aufgaben zu definieren und sich daraus einen klaren, selbstverpflichtenden Auftrag zu geben. Nur weil der Gesetzgeber von ARD und ZDF immer wieder gehindert wird, auf den FUnktionsautrag erfolgreich Einfluss zu nehmen, kann jede Anstalt selbst im Sinne der Gebührenzahler, der Zuschauer und der Gesellschaft tätig werden und die eigenen Taten kritisch beleuchten, das Deutschlandradio macht das sehr erfolgreich. Interessant auch die Aussage von Dagmar Reim, dass sowohl das feste auls auch das freie Personal bei multikulti nicht auf die Straße gesetzt werden sollen. Hmm… Also keine Einsparungen beim Personal sondern nur beim Programm. Eine Schande.
In Sachen polylux: was bringt der RBB denn jetzt statt dessen ins Erste Programm der ARD ein? Hab ich das schon irgendwo verpasst?

Gleichzeitig werden von den ÖR Millionen in die völlig unzureichende Mediathek gesteckt. Dafür ist Geld da. Wie hochwertig die Inhalte dafür sind, diese Frage bleibt offen.

Gerade läuft: “Rhythmologie” von Hans Kottkamp und Gerhard Hindricks

medien& print& tv21 Mai 2008 12:20 pm

jetzt auch in Gestalt von Verleger Hubert Burda. Lesenswertes Interview in der FAZ.

Gerade läuft: “Boogybytes” von Ellen Allien

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